Elisabeth
http://20six.de/elisabeth
powered by 20six.de
|
|
Sagen Sie mal .......
Sagen sie mal, Noomi
Heute: 14.12.2005
Aktuelle Ausgabe: 50 - vom: 11.12.2005
Diese Meldung:
Ausgabe: 22 - vom: 29.05.2005
Sagen Sie mal, Noomi...
Interviews mit Personen der Bibel (122)
Warum lieben manchmal loslassen heißt
Foto: akg
»Ruth und Naëmi auf dem Acker des Boas«, Scorel-Nachfolge, Maarten van Heemskerck (1498-1574), um 1530, Kunsthistorisches Museum Wien.
...weshalb haben Sie sich eigentlich so vehement dagegen gewehrt, dass Ihre beiden Schwiegertöchter mit Ihnen nach Bethlehem ziehen wollten?
Noomi: Manchmal kann ein Abschied heilsamer sein als das Zusammenbleiben. Es klingt zugegeben etwas altklug, aber als erfahrene Frau kann ich mir diesen Satz erlauben: Lieben heißt loslassen können.
Ihre beiden Schwiegertöchter liebten sie sehr.
Noomi: Ohne Zweifel. Unser Schicksal hatte uns mehrmals zusammengeschweißt. Zunächst, als meine beiden Söhne ihre Frauen kennen gelernt hatten. Wir waren ja in der Fremde, mein Mann und ich sorgten uns, ob unsere Kinder glücklich würden in Moab. Eines Tages stellten sie uns Rut und Orpa vor. Ein Mädchen hübscher und anmutiger als das andere. Stolze Ehefrauen - und prachtvolle Schwiegertöchter.
Dann griff der Tod in Ihre glückliche Auswandererfamilie ein.
Noomi: Ja. Nach kurzer Zeit starb mein geliebter Mann Elimelech. Meine Söhne und Schwiegertöchter kümmerten sich liebevoll um mich, so dass ich die Trauer halbwegs überwinden konnte. Als ich mich mit meinem Witwen-Dasein arrangiert hatte, schlug der Tod ein zweites und ein drittes Mal zu. Binnen weniger Wochen riss er meine Söhne aus dem Leben.
Ein hartes Schicksal.
Noomi: Absolut. In meiner Verzweiflung versuchte ich, meine Schwiegertöchter zu trösten, doch es gelang mir nur schwer. Unzählige Tränen flossen, unzählige Nächte hindurch drang Schluchzen durch unser Haus. Plötzlich waren wir drei zu Witwen geworden. Da die Ehen meiner Söhne kinderlos geblieben waren, hatten wir keine Aufgabe, die uns etwas ablenken hätte können.
Wenn Sie das so erzählen, wird es mir noch schwerer nachvollziehbar, weshalb Sie Ihre Schwiegertöchter alleine lassen wollten.
Noomi: Wir liebten uns sehr - vielleicht war es gerade diese große Nähe, die es uns unmöglich machte, uns aus unserer Trauer zu befreien. Es klingt paradox: Weil wir uns so mochten, mussten wir uns trennen.
Meinten Sie. Eine Ihrer Schwiegertöchter blieb hartnäckig.
Noomi: Bemerkenswert, ja. Rut hatte einen moabitischen Dickkopf. Orpa hatte zähneknirschend meinen Rat befolgt und war zu ihrer Mutter zurückgegangen. »Kehre auch du um, deiner Schwägerin nach«, sagte ich zu Rut. Es nützte nichts.
Mit einem bis heute bekannten Spruch erweichte sie Ihr Herz: »Wo Du hingehst, da will ich auch hingehen, wo du bleibst, da bleibe ich auch.«
Noomi: Es sind nicht nur die Worte, die mich überzeugt haben, es war auch der Blick. Diese Aufrichtigkeit...
...ließ Sie von Ihren Prinzipien abweichen.
Noomi: Zugegeben, ja. Ich bin auch nur ein Mensch. Überzeugt war ich davon, dass auch Rut ohne mich zurechtkommen müsse. Doch als sie bittend vor mir stand, brach mir fast das Herz. Ich konnte sie einfach nicht fortschicken. Obwohl ich mir das Leben in der Fremde für sie schwierig vorstellte.
Eine Fehleinschätzung, wie sich herausstellte.
Noomi: Sie haben Recht. Rut wurde mit einem anderen Mann wieder glücklich.
Und verschaffte Ihnen sogar bis dahin unbekannte großmütterliche Freuden.
Noomi: Gott sei Dank, ja! Boas tröstete Rut in ihrer Trauer; mein Enkelsohn Obed half mir, die bitteren Erinnerungen auszulöschen.
Manchmal kann Zusammenbleiben eben doch heilsamer sein, als Abschied zu nehmen.
Noomi: Offensichtlich, ja
. Eine » Übersicht aller Interviews mit Personen der Bibel finden Sie » hier...
ZUR PERSON
Noomi (hebr., »die Liebliche«) war mit ihrem Mann Elimelech und ihren Söhnen Kiljon und Machlon während einer Hungersnot aus Israel nach Moab ausgewandert. Die beiden Söhne heirateten dort die Moabiterinnen Orpa und Rut. Als sowohl Elimelech als auch die Söhne sterben, will Noomi in ihre Heimat zurückkehren. Die Schwiegertöchter wollen mit ihr gehen - doch Noomi bittet sie, in Moab zu bleiben. Ruts Hartnäckigkeit erweicht sie schließlich; gemeinsam gehen sie nach Bethlehem. Dort heiratet die kinderlose Rut ihren Verwandten Boas, Noomi wird Großmutter.
QUELLE: Buch Rut (Nachschlagen bei » bibel-online.net: Buch Rut
@ Haben Sie Fragen an Menschen aus der Bibel? Stellen Sie sie ins Internet unter: www.sagen-sie-mal.de
Uwe Birnstein
/news/aktuell/2005_22_21_01.htm
abgerufen 14.12.2005 - 22:36 Uhr
© Sonntagsblatt 1998-2005, Impressum,
Angebote für Webmaster
|
|
|
Sagen Sie mal, Noah (2)
Sonntagsblatt Bayern - Artikel-ID: 2005_45_19_01
Heute: 13.12.2005 Aktuelle Ausgabe: 50 - vom: 11.12.2005
Diese Meldung: Ausgabe: 45 - vom: 06.11.2005
Sagen Sie mal, Noah...
Interviews mit Personen der Bibel (144)
Macht es Sinn, wieder eine Arche zu bauen? Fragen an einen Gerechten
Foto: sob (Repro)
 Der Bau der Arche Noah, Französischer Meister, um 1675, Budapest, Magyar Szépművészeti Múzeum. |
...könnten Sie mir bitte die Konstruktionspläne Ihrer Arche zur Verfügung stellen?
Noah: Sie brauchen Tannenholz, Pech für die Fugen, alles weitere wie die Größe und den Aufbau finden Sie in der Bibel. Sind Sie einer jener Bibelmuseen-Direktoren, die eine Arche im Originalmaßstab nachbauen wollen?
Nein. Ich und viele meiner Zeitgenossen befürchten, eine neue Sintflut könnte die Erde heimsuchen. Ihre Arche ist eine bewährte Methode, dem Katastrophentod ein Schnippchen zu schlagen.
Noah: Eine neue Sintflut ist ausgeschlossen. Gott versprach mir damals, dass hinfort keine neue Sintflut mehr kommen soll, die die Erde verderbe.
Ich weiß, so steht es ja auch in der Bibel. Aber man weiß ja nie, ob er's sich anders überlegt. Die Zeichen sprechen für sich: Fast jede Woche bedroht ein neuer Hurrikan die Menschen, Erdbeben zerstören die Häuser von Millionen Familien.
Noah: Ich verstehe ja Ihre Ängste, aber ich kann sie Ihnen nehmen: Zum einen gehörten solche Vorboten damals nicht zur Sintflut. Es fing einfach an zu regnen - ganz unspektakulär, hörte aber einfach nicht auf. Katastrophennachrichten wie die, von denen Sie erzählen, gehören also nicht zur Sintflut. Das andere Argument: Auf Gott kann man sich verlassen. Wenn er sagt, er schickt keine Sintflut mehr, dann stimmt das. Seien Sie doch nicht so kleingläubig!
Hatte aber Gott mit der Sintflut nicht die sündige Menschheit bestrafen wollen? »Alles Fleisch hatte seinen Weg verderbt auf Erden«, lese ich in der Bibel. Genau dieselbe Situation haben wir aber jetzt wieder! Kinder verhungern, weil die Reichen der Welt es nicht schaffen, die Nahrung gerecht zu verteilen. Selbstmordattentäter reißen Unschuldige mit in den Tod. Und selbst das Getier dient nicht mehr unserer Nahrung, sondern bringt uns Krankheiten, die einer Pest in nichts nachstehen! Noah, mein Entschluss steht fest, es reicht: Ich baue eine Arche.
Noah: Ich will Sie keineswegs aufhalten. Beschaffen Sie sich die nötigen Materialien. Ich will ja gar nicht abstreiten, dass die Erde nochmals eine riesige Katastrophe erleben wird. Nur eines möchte ich Ihnen ausreden: Sollte es so kommen, hat Gott nichts damit zu tun. Sie schliddern geradewegs in eine menschengemachte Katastrophe hinein. Gott gab euch die Erde - ihr aber schändet sie und verkauft sie zum Judaslohn! Noch mehr verdienen, noch mehr ausquetschen, noch mehr melken, mehr, mehr, mehr - und irgendwann ist Schluss. Die Menschen richten sich selbst zugrunde.
Das ist alles wenig tröstlich, Noah. Ich muss jetzt zum Baumarkt, Holz kaufen.
Noah: Achten Sie darauf, dass es aus ökologisch verträglicher Forstwirtschaft kommt. Sonst tragen Sie mit Ihrer Arche auch noch zum Klimawandel bei!
Klar, mache ich. Wobei: Ist doch eigentlich egal, wenn die Welt sowieso untergeht.
Noah: Ich kann Ihrer selbstverliebten Jammerlaune noch mehr Futter geben. Wissen Sie, was richtig schlimm ist?
Sagen Sie's!
Noah: Nun, als Gott für die Naturkatastrophe Sintflut zuständig war, hatte das einen großen Vorteil: Er hatte die Macht, den Regen wieder abzustellen. Bei Ihren hausgemachten Katastrophen steht Ihnen dieser Knopf nicht zur Verfügung.
Sehr tröstlich ist das nicht.
Noah: Richtig. Ich will Ihnen ja nur klar machen: Eine neue Arche wird Sie nicht retten. Das wäre ein Kinderglaube. Entweder alle überleben - oder keiner.
Was soll ich tun?
Noah: Sorgen Sie dafür, dass Gott aus dem Spiel ist. Machen Sie, wo immer es geht, klar: Die Katastrophen, die da kommen, können noch abgewendet werden! |
Eine » Übersicht aller Interviews mit Personen der Bibel finden Sie » hier...
ZUR PERSON
NOAH (hebräisch, »Tröster«) lebte in zehnter Generation nach der Erschaffung des Menschen. Als Gott den Plan fasste, die sündige Menschheit mit Hilfe einer Sintflut zu vertilgen, wollte er den rechtschaffenen Noah mitsamt dessen Familie vor dem Untergang retten. Auf dem selbst gebauten Schiff »Arche« überlebten sie, gemeinsam mit Tieren, die vierzigtägige Naturkatastrophe. Schließlich verpflichtet sich Gott, keine neue Sintflut zu schicken - als Zeichen für diesen neuen Bund setzt er einen Regenbogen an den Himmel.
QUELLE: 1. Mose 6, 5 - 22 (Nachschlagen bei » bibel-online.net: 1. Mose 6, 5
@ Haben Sie Fragen an Menschen aus der Bibel? Stellen Sie sie ins Internet unter: www.sagen-sie-mal.de  |
Interview: Uwe Birnstein |
|
| |
|
|
|
|
Sagen Sie mal, Noah (1)
Sonntagsblatt Bayern - Artikel-ID: 2004_23_23_01
Heute: 13.12.2005 Aktuelle Ausgabe: 50 - vom: 11.12.2005
Diese Meldung: Ausgabe: 23 - vom: 06.06.2004
Sagen Sie mal, Noah...
Interviews mit Personen der Bibel (73)
Foto: sob (Repro)
 Versöhnung zwischen Gott und seiner Schöpfung: Arche Noah, Moritz Daniel Oppenheim, 1870. Der im Getto von Hanau geborene Moritz Daniel Oppenheim (1800 - 1882) war der erste jüdische Maler mit akademischer Ausbildung in Deutschland. Auf Empfehlung Goethes erhielt der erst 27-jährige Frankfurter Künstler einen Professorentitel der Weimarer Akademie verliehen. |
... ich habe Sie aufgesucht, um von Ihnen einen Rat in einer wichtigen Angelegenheit zu erhalten.
Noah: Hoffentlich nicht in der Frage, wie man im Alter von 500 Jahren noch drei Kinder zeugt. Das wäre mir ehrlich gesagt zu platt.
Nein, keine Angst. Es geht um etwas ebenso Wesentliches wie Beunruhigendes. Ich möchte aus Ihrem Mund noch einmal hören, was Gott Ihnen nach dem Ende der Sintflut gesagt hat.
Noah: Lesen Sie doch die Bibel, da steht's!
Das habe ich ja. Aber Sie wissen ja: Heutzutage wird die Bibel oft nicht mehr wörtlich genommen. Irgendein Redakteur könnte etwas eingefügt haben, was gar nicht den Tatsachen entspricht. Also: Was sagte Gott damals?
Noah: Ich weiß nicht genau, was Ihr Anliegen ist, aber okay. Er sagte: »Ich richte meinen Bund so mit euch auf, dass hinfort nicht mehr alles Fleisch verderbt werden soll durch die Wasser der Sintflut und hinfort keine Sintflut mehr kommen soll, die die Erde verderbe.«
Sie haben mich und unserer Leserinnen und Leser sehr beruhigt.
Noah: Weshalb? Was plagt Sie denn?
Nun, in unseren Kinos wird gerade ein Film gezeigt, der eine neue Sintflut prophezeit. »The Day After Tomorrow« heißt er. Ganze Städte werden darin überflutet, Tornados und Hagelstürme verwüsten die Erde ...
Noah: Das Szenarium kenne ich gut.
Eben. Und Gott sei Dank wird es nie wieder eintreffen und Menschen in Angst und Schrecken versetzen!
Noah: Wie kommen Sie darauf?
Sie haben es doch eben bestätigt: Gott wird keine neue Sintflut schicken!
Noah: Das stimmt. Aber das heißt nicht, dass die Erde vor solchen Katastrophen bewahrt bleiben wird.
Ach?!?
Noah: Gott wird sich nicht mehr dazu verleiten lassen, die Menschheit mit Tod und Vernichtung abzustrafen. Das steht fest. Das hat aber gar nichts damit zu tun, ob Menschen durch ihr Handeln selbst eine zünftige Sintflut fabrizieren. Wie ich höre, achtet Ihr wenig auf die Schöpfung, auf die Tiere, auf die Luft. Das kann durchaus Folgen haben, die der Sintflut ähnlich sind.
Ui. Wenn das so ist, beruhigt dieses Interview unsere Leserinnen und Leser doch nicht.
Noah: Ich weiß auch nicht, ob Beruhigung zu spenden in Ihrer Zeit und Umgebung das vornehmste Ziel ist. Unruhe kann auch äußerst hilfreich und produktiv sein.
Aber Ihr Name, Noah, bedeutet übersetzt »Tröster«. Haben Sie sich etwa zum Unruhestifter gewandelt?
Noah: Es ist viel Zeit vergangen seit ich auf der Erde lebte. Veränderte Zeiten erfordern veränderte Botschaften. Nur auf den Regenbogen zu starren und zu glauben, man sei nun vor jeder Naturkatastrophe gefeit, wäre sicherlich in Ihrer Zeit ein unangemessenes Verhalten.
Was können wir denn tun Ihrer Meinung nach?
Noah: Sehen Sie sich den Film ruhig an. Aber verlieren Sie nie aus den Augen, dass es sich nur um einen Film handelt. Was da geschildert wird, muss nicht eintreten. Überzeugen Sie die Menschen davon, dass es wichtig ist, die Umwelt zu schonen. Das wird nicht nur Ängste lösen, sondern eine neue, selbst gemachte Sintflut verhindern. Glauben Sie es mir.
Ich danke Ihnen für das Gespräch
|
Eine » Übersicht aller Interviews mit Personen der Bibel finden Sie » hier...
ZUR PERSON
NOAH (hebräisch, »Tröster«) lebte in zehnter Generation nach der Erschaffung des Menschen. Als Gott den Plan fasste, die sündige Menschheit mit Hilfe einer Sintflut zu vertilgen, wollte er den rechtschaffenen Noah mitsamt dessen Familie vor dem Untergang retten. Auf dem selbst gebauten Schiff »Arche« überlebten sie, gemeinsam mit Tieren, die vierzigtägige Naturkatastrophe. Schließlich verpflichtet sich Gott, keine neue Sintflut zu schicken - als Zeichen für diesen neuen Bund setzt er einen Regenbogen an den Himmel.
QUELLE: 1. Mose 6, 5 - 9, 17 (Nachschlagen bei » bibel-online.net: 1. Mose 6, 5)
@ Haben Sie Fragen an Menschen aus der Bibel? Stellen Sie sie ins Internet unter: www.sagen-sie-mal.de  |
Fragen: Uwe Birnstein |
|
| |
|
|
|
|
Nikodemus
Sonntagsblatt Bayern - Artikel-ID: 2003_39_19_01
Heute: 20.07.2005 Aktuelle Ausgabe: 29 - vom: 17.07.2005
Diese Meldung: Ausgabe: 39 - vom: 28.09.2003
Sagen Sie mal, Nikodemus...
Interviews mit Personen der Bibel (38)
Foto: sob
 Christus bei Nikodemus, Crijn Hendricksz Volmarijn, 1604-1645, London. |
...woher haben Sie den Mut genommen, sich als Pharisäer nachts heimlich zu Jesus zu schleichen?
Nikodemus: Auch als Pharisäer war ich ein eigenständiger Mensch. Mich interessierte brennend, was dieser Wanderprediger aus Nazareth zu sagen hatte. Er war ein Jude, wusste ich, er achtete das Gesetz des Mose - legte es aber auf besondere Weise aus. Dass meine Glaubensbrüder über ihn lästerten, obwohl sie ihn gar nicht kannten, machte mich noch neugieriger. Also stellte ich ihm meine Fragen...
...konnten aber mit der Antwort herzlich wenig anfangen.
Nikodemus: Ja, ich war ziemlich vor den Kopf gestoßen, als Jesus davon sprach, man müsse »neu geboren« werden.
Ihre Reaktion zeugt von ziemlicher Naivität.
Nikodemus: Weil ich noch nichts von der Tiefe der Lehre Jesu begriffen hatte. Das »neu geboren werden« verstand ich zunächst als neue körperliche Geburt. »Der ist ja wirklich abgedreht«, dachte ich zunächst. Wissen Sie: Bei uns wurde man als Jude geboren, studierte die Heiligen Schriften und lebte so fromm es geht. Aber von einem Lebens- und Sinneswandel, wie Jesus ihn forderte, wussten wir nichts.
Jesus belehrte Sie und erklärte, was er meinte.
Nikodemus: Ja, und das leuchtete mir dann ein: Man muss im Geist neu geboren werden.
Ziemlich missionarisch. Sie könnten einem Erweckungsprediger aufgesessen sein!
Nikodemus: Nein. Alles, was er sagte, wirkte glaubwürdig. Er drängte nicht, klang nicht überheblich.
Find ich schon. Alle, die nicht an Jesus als den Sohn Gottes glauben, sagte er, seien quasi verloren und vom ewigen Leben ausgeschlossen.
Nikodemus: Wenn man das liest, wirkt es vielleicht selbstherrlich. Aber im Gespräch klang das anders. Jesus ging es nicht um seine eigene Person. Ihm war daran gelegen, dass die Menschen nicht gedankenlos ihren Glauben leben. Sondern dass sie sich von ihm ergreifen lassen. Dass sie sich vom Geist führen lassen und nicht vom Buchstabenglauben oder von Gewohnheiten.
Das klingt sehr allgemein.
Nikodemus: Ich will Ihnen ein Beispiel nennen. Herkömmlicherweise ist es doch so: Ein Glaubender richtet sich nach den Gesetzen und lebt sein Leben in den geordneten, vorgegebenen Bahnen. Jesus aber sprach davon, dass der Geist wehe, wo er will. Und dass die Menschen, die sich vom Geist leiten lassen, in ganz ungeahnte Tiefen des Lebens vorstoßen werden. Der Geist bestimmt das Leben, nicht die Gesetze. Verstehen Sie?
Natürlich! Ich bin Christ und in meiner Taufe als Kind neu geboren!
Nikodemus: Also verstehen Sie nicht. Man kann nur neu geboren werden, wenn man diesen Schritt bewusst vollzieht. Es nützt nichts, als Kind einmal getauft zu werden.
Hören Sie mal! Das ist die Lehre meiner Kirche, und die beruft sich auf Jesus!
Nikodemus: Ich sage ja gar nichts gegen Ihre Kirche und die dort gepflegten Rituale. Ich sage nur: Die Taufe erspart Ihnen nicht, sich irgendwann in Ihrem Leben die Frage zu stellen: Möchte ich mich bewusst für den Glauben entscheiden oder als Taufscheinchrist leben? Will ich mich vom Geist in unbekannte Gefilde wehen lassen oder nur geistlos die Lehre meiner Religion übernehmen?
Haben Sie sich diese Fragen gestellt?
Nikodemus: Nächtelang. Die Begegnung mit Jesus hat mein Leben völlig auf den Kopf gestellt.
Aber Sie blieben Mitglied des Hohen Rates der Juden.
Nikodemus: Mein Naturell verbot mir voreilige Entscheidungen. Ich verfolgte Jesu Weg weiter, nahm ihn vor meinen überkritischen Glaubensbrüdern in Schutz. Erst als er starb, wusste ich, dass ich mich seinen Jüngern anschließen musste. Es klingt paradox: Als er starb, fühlte ich mich wie neu geboren.
Vielen Dank für das Gespräch.
|
Eine » Übersicht aller Interviews mit Personen der Bibel finden Sie » hier...
ZUR PERSON
Der Pharisäer NIKODEMUS gehörte dem »Sanhedrin«, dem Hohen Rat, also der höchsten religiösen Instanz der Juden an. Im geheimen Gespräch erklärte ihm Jesus die Notwendigkeit, »aus Wasser und Geist« neu geboren zu werden. Nach der Kreuzigung salbte er gemeinsam mit Josef von Arimathäa den Leichnam Jesu und legte ihn in eine Grabhöhle.
QUELLE: Johannes-Evangelium 3, 1-21. 7, 45-52. 19, 38-42 (Nachschlagen bei » bibel-online.net)
@ Haben Sie Fragen an Menschen aus der Bibel? Stellen Sie sie ins Internet unter: www.sagen-sie-mal.de
Foto: sob |
Der Theologe UWE BIRNSTEIN interviewt zum ökumenischen Jahr der Bibel 2003 Jesus, Maria und andere prominente Männer und Frauen der Heiligen Schrift.  |
Fragen: Uwe Birnstein |
|
| |
|
|
|
|
Nathanael
Sonntagsblatt Bayern - Artikel-ID: 2005_17_26_01
Heute: 18.07.2005 Aktuelle Ausgabe: 29 - vom: 17.07.2005
Diese Meldung: Ausgabe: 17 - vom: 24.04.2005
Sagen Sie mal, Nathanael...
Was der Jünger Jesu über die Auferstehungsberichte im Johannesevangelium denkt
Foto: pa
 Andrea Vicentino (1542-1617), Bartholomäus, Venedig. |
...der Evangelist Johannes schreibt, Jesus sei Ihnen als Auferstandener begegnet. Ist dies wirklich so passiert? Als Theologe habe ich gelernt, dass es den Evangelien um Glaubenszeugnisse geht und nicht um historische Tatsachenberichte. Um so mehr habe ich mich auf dieses Gespräch gefreut, in dem Sie mir sicherlich meine Sicht der Dinge bestätigen.
Nathanael: Bin ich nur hier, um Ihnen Ihre Meinung abzusegnen?
Wäre es nur meine Meinung, wäre meine Bitte vermessen. Nein, viele aufgeklärte und rational denkende Menschen meiner Zeit stoßen sich daran, dass viele Christen bis heute verkünden, Jesus sei tatsächlich auferstanden.
Nathanael: Nochmal: Ich bin weder gekommen, um Ihnen argumentative Schützenhilfe zu geben, noch um zu verleugnen, was ich erlebt habe. Vielmehr muss ich Sie enttäuschen: Was Johannes schrieb, hat sich so zugetragen. Genau so.
Das kann nicht Ihr Ernst sein! Woran wollen Sie erkannt haben, dass da tatsächlich der Auferstandene vor Ihnen stand?
Nathanael: Daran, dass er Wunder wirkte. Nach der Kreuzigung waren wir aus Jerusalem an den See Genezareth zurückgekehrt, in unsere Heimat. Wir wollten wieder unseren Beruf Fischer ausüben; unsere Familien, die wir drei Jahre lang allein gelassen hatten, brauchten uns und unsere Unterstützung. Mit Petrus, Thomas und vier anderen Jüngern bestiegen wir ein Boot und fuhren auf den See. Die ganze Nacht über fingen wir nichts. Nicht einmal der kleinste Barsch ging ins Netz. Es war deprimierend. Als ob wir´s verlernt hätten während der Zeit, in der wir mit Jesus umher gezogen waren. In der Morgendämmerung dann, als wir frustriert nach Hause gehen wollten, sahen wir Jesus am Ufer stehen.
Eine Halluzination.
Nathanael: Ach? Eine Halluzination, die sprechen kann? Und auf die sogar Fische hören? Wie sonst erklären Sie sich denn, dass unser Netz kurz danach zu schwer war, es an Bord zu hieven?
Da wird sich irgendein Müll im Netz verfangen haben.
Nathanael: Irrtum. Mit vereinter Kraft zogen wir es aus dem Wasser. 153 prächtige Fische waren drin. Und da reden Sie von Halluzination? Das finde ich allerdings sehr kühn.
Vielleicht haben Sie gerade in dem Moment einen Schwarm erwischt, der im Morgengrauen am Ufer nach Nahrung suchte und geradewegs in Richtung Netz geschwommen ist. Das gibt's.
Nathanael: Diese Version entspricht eher Ihrem rationalen Denken als die Auferstehung Jesu? Entschuldigung, aber das ist lächerlich. Petrus und wir anderen waren lange genug Fischer, so etwas hatten wir noch nie erlebt.
Einmal ist immer das erste Mal.
Nathanael: Warum, um Gottes willen, sträuben Sie sich so gegen meinen Bericht?
Weil ich es nicht glauben kann. Und weil es keinen triftigen Grund gibt, diese Auferstehung gedanklich nachzuvollziehen und anzuerkennen.
Nathanael: Das Einzige, was Sie anerkennen sollten, ist: Diese und andere Begegnungen mit dem auferstandenen Jesus haben unzählige Menschen erlebt. Erst die Jünger und Jüngerinnen, dann später Christen auf der ganzen Welt, bis heute. Denen können Sie doch nicht unterstellen, sie seien alle irgendwelchen Hirngespinsten auf den Leim gegangen! Mir scheint, Sie sitzen der Halluzination auf, alles auf der Welt sei erklärbar. Geben Sie uns Zeugen einen Vertrauensvorschuss. Gerne kann ich Sie auch als Journalist mit einem Glaubensbruder der ersten Stunde in Kontakt bringen, mit meinem Freund Philippus.
Gerne. Ich würde ihn nächste Woche sprechen.
|
Eine » Übersicht aller Interviews mit Personen der Bibel finden Sie » hier...
ZUR PERSON
Als Nathanael (hebr. »Gott hat gegeben«), ein frommer Mann aus dem galiläischen Dorf Kana, zum ersten Mal von Jesus hört, fragt er skeptisch: »Was kann aus Nazareth Gutes kommen?« Nachdem er Jesus kennen gelernt hat, schließt sich Nathanael dem engsten Jüngerkreis an. Da er nur im Johannesevangelium genannt wird, gehen viele Exegeten davon aus, er sei identisch mit dem Jünger Bartholomäus, von dem die anderen drei Evangelisten berichten. Ihn ereilte ein schrecklicher Märtyrertod: Bei lebendigem Leib soll ihm die Haut abgezogen worden sein.
QUELLE: Johannes 21,1-14 (Nachschlagen bei » bibel-online.net: Johannes 21,1-14
@ Haben Sie Fragen an Menschen aus der Bibel? Stellen Sie sie ins Internet unter: www.sagen-sie-mal.de  |
Interview: Uwe Birnstein |
|
| |
|
|
|
|
Naaman
Sonntagsblatt - Diese Woche: Sagen Sie mal, Naaman,...
Samstag, 16. Juli 2005 Ausgabe - vom (Datum): 14-06.04.2003
Sagen Sie mal, Naaman,...
... Sie haben sich ja wahnsinnig gesträubt, in den Jordan zu steigen. Das Rumzicken hätten Sie sich ersparen können.
Naaman: Im Nachhinein ist man immer schlauer. Vorher war es so: Ich wollte die medizinische Kunst des Propheten Elischa kennen lernen. Ich hatte Aussatz - eine wahrlich eklige Krankheit.
Zumal für einen syrischen Heerführer.
Naaman: Ja. Meine Soldaten sahen mich schon so seltsam an. Wahrscheinlich dachten Sie: »Der macht es nicht mehr lange« und haben schon ausgelost, wer mein Nachfolger werden soll.
Soweit kam es ja nicht. Denn Sie wurden geheilt.
Naaman: In der Tat. Ich staune immer noch. Viel hatte ich mir von dem heilkräftigen Propheten erwartet. Dass er mich mit allerlei Salben einreibt, die er nach den geheimsten Rezepten angerührt hat. Dass er mich in einen kerzenerleuchteten Raum führt und meine Haut mit Tinkturen benetzt. Dass er feierliche Gebete mit magischer Kraft über mir spricht. Die ganze Palette der damaligen gelehrten Heilkunst halt.
Nichts von alledem trat ein?
Naaman: Nichts. Ich fuhr mit meinem prächtigen Pferdewagen vor - ein Anblick, der die Leute auf den Straßen reihenweise vor Achtung erblassen ließ. Und dieser Elischa kommt noch nicht mal aus seinem Haus raus, um mich zu begrüßen! Statt dessen schickt er mir Diener und lässt mir befehlen, in den Jordan zu steigen und siebenmal unterzutauchen.
Das hört sich nach sanfter Medizin an.
Naaman: Mir war´s jedenfalls erst zu sanft. In meiner Position irgendwelchen Quacksalbern zu vertrauen konnte ich mir nicht leisten. Ich wollte die herkömmlichen Heilmethoden und hätte sie auch bezahlt. Wutentbrannt fuhr ich zurück.
Sie waren gar nicht im Jordan?
Naaman: Doch. Meine Diener überzeugten mich, dass ich schließlich nichts zu verlieren hätte. Ich ließ mich überreden. Hohes Schilf schützte mich vor den Blicken neugieriger Gaffer. Ich legte meine Rüstung ab. Stieg ins Wasser. Und tauchte unter. Je öfter ich es tat, desto befreiender empfand ich es. Nach dem siebten Mal watete ich ans Ufer. Und traute meinen Augen nicht: Die dunkelroten Stellen auf meiner Haut waren heller geworden.
Sag ich doch: Sanfte Medizin kann Wunder tun.
Naaman: Unglaublich. Aber wahr. Nach ein paar Tagen hörte der Juckreiz auf. Ich war gesund. Durch ganz normales Wasser.
Wer heilt, hat Recht, pflegt man in solchen Momenten zu sagen. Ein Spruch übrigens, der nicht in der Bibel steht.
Naaman: Zwischen den Zeilen schon. Zum Beispiel in meiner Geschichte.
Stimmt auffallend. Kam der Aussatz nie wieder zurück?
Naaman: Doch, schon. Aber nicht zu mir. Elischa wollte sich nicht bezahlen lassen. Also gab ich einem seiner Diener Kleider und Silber. Dieser Gehasi unterschlug die Sachen. Als Elischa es merkte, gab er ihm meine Krankheit.
Er schickte ihm sozusagen die Pest an den Hals?
Naaman: Wortwörtlich. Krankheit kann auch Strafe sein...
Interview: Juliane Werding & Uwe Birnstein
Übersicht | Druckversion | Textdatei
|
|
|
Eine Übersicht aller Interviews mit Personen der Bibel finden Sie hier |
| |
Paul Cézanne, Badender mit ausgestreckten Armen, Zürich, Privatsammlung |
ZUR PERSON |
NAAMAN, syrischer Heerführer, litt unter unheilbarem Aussatz. Nachdem sich die heimischen Ärzte erfolglos bemüht hatten, fuhr er zu dem israelitischen Propheten Elischa, dem wundersame Heilkräfte nachgesagt wurden. Wider Erwarten schickte er seinen ausländischen Patienten nur in den Jordan. Aber das Wasser zeigte heilende Wirkung. Quelle: 2. Buch der Könige 5 |
@ Haben Sie Fragen an Menschen aus der Bibel? Stellen Sie sie ins Internet: www. sagen-sie-mal.de |
Interviews mit Personen der Bibel | 




Die Sängerin Juliane Werding und der Theologe Uwe Birnstein interviewen zum ökumenischen Jahr der Bibel 2003 Jesus, Maria und andere prominente Männer und Frauen der Heiligen Schrift. | |
|
|
|
Namenlose Mutter
Sonntagsblatt - Diese Woche: Sagen Sie mal, namenlose Mutter,...










 |
|
Dienstag, 5. Juli 2005 Ausgabe - vom (Datum): 13-30.03.2003
Sonntagsblatt-Serie: Interviews mit Personen der Bibel
Sagen Sie mal, namenlose Mutter,...
.. haben Sie wirklich geglaubt, Ihr Sohn kehrt heil aus dem Krieg zurück?
Mutter: Natürlich. Sisera war so tapfer. Und gleichzeitig so vorsichtig. Außerdem hatte sein König Jabin ihm versichert, seine Soldaten würden ihn schützen. 900 Streitwagen hatte der König organisiert.
Zunächst mal: Uns fällt es schwer, Sie anzureden. Weshalb hat Ihnen der Verfasser des biblischen Richter-Buches keinen Namen gegeben?
Mutter: Darüber habe ich mich auch gewundert und geärgert. Sehr sogar. Dabei kannten alle meinen Namen. Das Schicksal und die Namen von Kriegern scheint den Verfassern der Bibel wichtiger gewesen zu sein als die Gedanken und Gefühle ihrer Frauen und Mütter.
Vielleicht tröstet es Sie nicht, aber dieses Muster durchzieht nicht nur die biblische, sondern die gesamte Geschichte bis heute. Die Namen der Feldherren aller Kriege werden konserviert, benennen Straßen und Gebäude, müssen von Schülern auswendig gelernt werden.
Mutter: Tatsächlich immer noch? Ich hatte gehofft, dass sich das in den 3000 Jahren nach meinem Leben ändern würde...
... und auch Ihr Schicksal teilen unzählige Frauen der Welt: Ihre Söhne ziehen in den Krieg, die Mütter und Ehefrauen warten, hoffen und bangen um ihre Wiederkehr...
Mutter: ...und sitzen am Ende genauso ratlos und trauernd am Fenster wie ich. Da kommen dunkle Gedanken hoch, sage ich Ihnen: Ich sah meinen Sohn tot vor seinen Feinden liegen. Sein Körper blutüberströmt, sein Gesicht schmerzverzerrt. Ich träumte, dass seine Feinde ihm seine Kleider vom Körper rissen und unter sich aufteilten. Später zeigte sich, dass die Wirklichkeit grausamer war, als ich mir in meinen schlimmsten Albträumen hatte ausmalen können.
Nämlich?
Mutter: Sisera starb nicht im Kampf, sondern wurde in seinem Bett ermordet.
Wenigstens ein schönerer Tod als auf dem Schlachtfeld.
Mutter: Meinen Sie? Ich hoffe, dass er nur kurzen Schmerz erleiden musste, als ihm ein Pflock durch die Schläfen geschlagen wurde. Und wissen Sie, was mich am meisten wurmt? Dass auch noch eine Frau, eine Geschlechtsgenossin, meinen Sohn umgebracht hat.
Ui. Das entkräftet jedenfalls das Klischee, Frauen seien durch und durch friedliebende Geschöpfe.
Mutter: Davon machen Sie sich und Ihre Leserinnen um Gottes willen frei. Gleich zwei Frauen sind für den Tod meines Mannes verantwortlich: Debora, eine anscheinend außergewöhnlich machtbewusste Richterin aus Israel, befahl den Angriff auf unser Volk. Und Jael, die Frau eines Nomaden, schlug ihm nachts den Pflock durch den Kopf.
Schrecklich. Bisher dachte ich, die Waffen einer Frau seien eher textiler Natur.
Mutter: Finden Sie, dies ist der richtige Ort, Scherze zu machen?
Entschuldigung.
Mutter: Was auch zu denken gibt: Anders als ich werden diese kriegerischen Frauen mit Namen genannt. Debora gilt als ruhmreiche und weise Kriegerin. Jael wird als »Frau aller Frauen« gepriesen. Das Schicksal von uns wartenden Müttern dagegen bleibt im Halbdunkel.
Auch das ist immer noch so, wenn ich's mir recht überlege. Da gibt es machtbewusste Frauen in den Kriegszentralen der mächtigsten Staaten der Erde; sie beraten ihre Könige und schicken bis an die Zähne bewaffnete Soldatinnen in den Krieg.
Mutter: Und die anderen Frauen, die daheim auf ihre Söhne warten?
Die werden nur dann erwähnt, wenn ihre Männer gefallen sind und im fahnengeschmückten Sarg nach Hause transportiert werden.
Mutter: Dann hat die Menschheit nichts dazugelernt?
Nicht wirklich. So traurig das ist. Wir danken Ihnen für das Gespräch.
Interview: Juliane Werding & Uwe Birnstein
Übersicht | Druckversion | Textdatei
|
|
|
Eine Übersicht aller Interviews mit Personen der Bibel finden Sie hier |
ZUR PERSON |
DIE MUTTER SISERAS »spähte zum Fenster hinaus uns klagte durchs Gitter«, heißt es in der Geschichte des Kampfes zwischen dem kanaanitischen König Jabin und dem von Barak befehligten israelitischen Heer. Sisera, der Jabins Heer führte, floh in das Zelt des Nomaden Heber. Dessen Frau Jael bewirtete ihn zunächst; nachts »zermalmte und durchbohrte sie seine Schläfe« mit einem Holzpflock. Die Bibel wertet den Mord als von Gott gewirkt. Von Siseras Mutter ist nur ihre Trauer überliefert. Quelle: Buch der Richter 5, 28-31 |
@ Haben Sie Fragen an Menschen aus der Bibel? Stellen Sie sie ins Internet: www. sagen-sie-mal.de |
Interviews mit Personen der Bibel | 




Die Sängerin Juliane Werding und der Theologe Uwe Birnstein interviewen zum ökumenischen Jahr der Bibel 2003 Jesus, Maria und andere prominente Männer und Frauen der Heiligen Schrift. | | |
|